Weltumsegler Lüchtenborg gestrandet PDF Drucken E-Mail

Quelle: Cuxhavener Nachrichten
Foto: Sassen

  KAP HOORN. 348 Tagen nach seinem Start in
   Cuxhaven ist der Traum offenbar ausgeträumt: Das Boot
 
 des Luzerner Weltumseglers Bernt Lüchtenborg, der
   unter dem Stander von Trans Ocean, (Cuxhaven) segelt,
  zerschellte bereits am Mittwoch 07. 07.2010 in Chile an
  einem Fels. Am Eingang des Beagle-Kanals strandete
  die Jacht "Horizons" nach mehreren missglückten
  Ankermanövern. Der 57-Jährige wurde aufgrund eines
  Splitterbruchs des Vorderarms ins Krankenhaus
  gebracht. Er ist aber bereits wieder wohlauf, berichtet
  die Zeitschrift "Die Yacht" in ihrer Online-Ausgabe.

 

Noch zwei Tage vorher schrieb Lüchtenborg in seinem Online-Logbuch: "Es ist bitter die erkämpften Meilen wieder hergeben zu müssen, noch schlimmer das Gefühl in der Nacht fast das Schiff zu verlieren! Irre durch die Nacht in schweren Schauerböen, die mir am Scherenschnitt der Isla Noir den Rest an Orientierung nehmen. Wohin? Der Orkan gibt mir keinen Raum zum Nachdenken."

Der Deutsche startete am 27. Juni 2009 in Cuxhaven und wollte zweimal die Welt umrunden. Kurz vor Weihnachten stoppte ihn ein Wal. Damals musste er einen neuseeländischen Hafen anlaufen. Dem Ansehen des erfahrenen Hochseeseglers geschadet hatte die zwischenzeitlich aufgeflogene Lügengeschichte von der Einhand-Weltumseglung, obwohl er zeitweise mit einer Freundin segelte. Der TO-Preis wurde ihm danach aberkannt.

Von Thomas Sassen

Leserkommentare

Schulz,15. Juni 2010, 21:54 Uhr

gestrandet

Na hallo, hier richt es nicht nur nach Betrug, hier stinkt es!!
Nach der gescheiterten Einhandweltumseglung und den vielen Betrugsvorfällen ein " toller " Abgang. Ich kenne Bernt und habe so meine eigenen Gedanken zu diesem " Vorfall "

 

Joachim Hesse, SVC,14. Juni 2010, 10:53 Uhr

Bernt Lüchtenborg

Im Winter einhand um Kap Horn, das ist schon ein Wahnsinn, selbst wenn man ausgeruht und in der Seemannschaft fit ist. Bernt standen alle Möglichkeiten der Wettervorhersage zur Verfügung. Der Orkan war schon Tage vorher sichtbar. In den Patagonischen Kanälen gibt es eine Fülle von sicheren Ankerplätzen, man sollte allerdings entsprechende Seekarten an Bord haben.

Bernt selbst hatte schon Tage vor der Strandung erwähnt, dass er so schnell wie möglich den Kontinentalschelf verlassen wolle, schrammt aber an der Küste entlang und setzt sich so mörderischen Seen aus. Die Entscheidung Ushuaia anlaufen zu wollen halte ich für die zweite Wahl. Punta Arenas wäre über den Cockburnkanal halb so weit gewesen. Ein erhebliches Argument bei der Kürze der Tage und dem tückischen Revier. Bernt hat unglaubliches Glück gehabt zu überleben. In seinen Vorträgen wird das sicherlich anders klingen.

 

deichläufer,14. Juni 2010, 08:58 Uhr

Ende einer Reise

Es ist nicht nur die Weltumsegelung, die nicht einhand durchgeführt wurde, die seinem Ansehen geschadet hat. Auch, dass er bei der aktuellen Reise Begleitung hatte und zahlreiche Stopps verschwiegen hat, machte Herrn Lüchtenborg unglaubwürdig. Dazu kommt noch sein "Seenotfall" bei Neuseeland, für den Lüchtenborg bis heute keine plausible Erklärung abgeliefert hat. Leider hat er auch dem Ansehen des Trans Ocean Vereins und letztlich dem Segelsport geschadet.

 

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