Crew Oberösterreich/Stammtisch OÖ Mitte
Trauer um Hafner Pauli PDF Drucken E-Mail

Der Stammtisch in Ried/Innkreis ist verwaist - Der Hafner Pauli ist nicht mehr!
Nun sind wir auf der Suche nach engagierten Clubmitgliedern, die die Tradition des Seglerstammtisches weitertragen wollen.
Wir sind gerne beim Aufbau, bei der Organisation, beim Informationsaustausch etc. behilflich.
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Langjähriges Vorstandsmitglied der Crew OÖ und YCA Stammtischleiter starb bei Segeltörn: Große Trauer um Paul Hafner


   Bild: weid/OÖ Nachrichten

Große Trauer und Bestürzung in weiten Teilen der oberösterreichischen Seglerszene. Der Rieder Gastwirt Paul Hafner war Anlaufstelle für Generationen, am Sonntag starb der ambitionierte Segler bei einem Törn in einer kroatischen Bucht im Alter von 57 Jahren.

Sonntag früh in einer Bucht im südlichen Kroatien: Urlaub mit der Lebensgefährtin und richtig guten Freunden – für Paul Hafner ein Hochgenuss. Geschirrscheppern auf der Yacht, Frühstück wird zubereitet. Doch vorher geht sich noch eine kleine Abkühlung im Meer aus. Hafner steigt über die Bordtreppe ins kühle Wasser, schwimmt hinaus. Kurze Zeit später kommt den Freunden etwas komisch vor, die Besatzung eines anderen, etwas weiter entfernten Schiffes, winkt und schreit aufgeregt.

Der 57-Jährige treibt regungslos auf der Meeresoberfläche, er wird per Schlauchboot geborgen. Jegliche Wiederbelebungsversuche bleiben leider ohne Erfolg, auch die später eintreffenden Rettungskräfte können nichts mehr für den waschechten Innviertler tun. Sie lassen nichts unversucht, doch für jede Hilfe ist es zu spät.

Der tragische und frühe Tod des Wirts ist nicht nur für Lebensgefährtin Gerlinde und die Familie ein schwerer Schlag, Paul Hafner hinterlässt im Innviertel eine riesengroße Lücke. Wo immer auch die Todesnachricht ankommt, herrscht tiefe Betroffenheit. Dort und da werden Kerzen angezündet.

„Herz am richtigen Fleck“

„Er hatte das Herz am richtigen Fleck und war ein extrem lustiger Kerl, seinen Lacher werde ich nie vergessen. Er gab Leuten eine Chance, die von der Gesellschaft längst abgeschrieben waren“, sagt ein guter Freund. Seltenheitswert – Paul Hafner an der Gitarre: Dann und wann gab er sein Lieblingslied zum Besten: „Hey Joe“ – laut und mit Begeisterung, wofür er tobenden Applaus erntete.

 

Die Freunde des viel zu früh Verstorbenen sind sich einig: „Sein Tod kam viel zu früh, aber ganz bestimmt in der Art und Weise, wie er sich es vorgestellt hätte.“ - „Paulis Abschied war wie sein Leben. Unbeschwert, frei von Zwängen, schlichtweg einfach aus dem Urlaub heraus und ohne Vorgeplänkel hat er sich aus dem Staub gemacht. Er wird uns fehlen, solange wir leben.“

Kurt Ecker, langjähriger Freund und Weggefährte von Hafner Pauli erinnert sich an einige Meilensteine in Paul Hafners Leben:  

Als Wirtesohn hat er sich bereits in sehr jungen Jahren auf die Walz gemacht. Er war mit rund 16 Jahren bei einer holländischen Linie als Matrose tätig, anschließend hat er zumindest quer durch Europa alle Variationen der gastronomischen Laufbahn durchgemacht.

In München leitete er die Alabama-Halle und hatte zu dieser Zeit mit Wolfgang Fierek eine gemeinsame Wohnung und einen gemeinsamen Hund in München. 

Mit rund 17 Jahren ist er zusammen mit einem Freund an den Wörthersee aufgebrochen, um als Segellehrer zu jobben. Beide hatten keinen blassen Schimmer vom Segeln und auf der Hinfahrt in einem alten Käfer ist der eine gefahren, der andere hat aus einem Segellehrbuch rezidiert. 

Dieser Art vollgestopft mit Wissen ist aber alles gut gegangen und die Laufbahn als Segellehrer wurde dann am Gardasee fortgesetzt. Damals war dann auch der erste Törn an der Küste (im Ionischen Meer) fällig und zwar mit einem Katamaran. Skipper war  niemand geringerer als Peter Günzl, er hatte soeben sein erstes Segellehrbuch veröffentlicht. 

Einige Segeltörns folgten noch als Co-Skipper in Südfrankreich, dann war es Zeit zu Hause den Gastbetrieb zu übernehmen. Paul war immer klar, dass so etwas ohne tüchtige Wirtin nicht funktionieren würde und so  wurde noch rasch eine Frau gesucht, gefunden und geheiratet. Schwierigkeiten beim Finden von Frauen konnten ihm nie nachgesagt werden.   

Das Geschäft lief gut und alsbald wurde eine Sonate Ovni 41 angeschafft, zwei Jahre später dazu noch eine Feeling 446. Er hatte es einfach satt, wegen des Metallschiffes-Ovni immer als Mistkübelsegler bezeichnet zu werden.  

Einige Törns im Jahr, auch einige Prüfungen als Prüfer, dazwischen arbeiten zu Hause und sehr viel Geselligkeit. So waren dann all die Folgejahre von Paul bis heute geprägt. 

Mit Begeisterung hat er die Ecker-Cups mitorganisiert hat. Dabei war immer der gastronomische Teil wie die Siegesfeier seine Spezialaufgabe. 

Es gibt niemanden der ihn nicht mochte, er konnte gut mit allen und mit anderen zu teilen war für ihn selbstverständlich. 

In letzter Zeit hatte er damit begonnen, hie und da ein wenig zu granteln, aber auch das war eher ein gutmütiges Brummen.   

                                

 


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