GSC 2020 – Gebirgssegler lassen COVID raumschot achteraus!

Crew Steiermark Crew Kärnten Crew Tirol, Vorarlberg Crew Salzburg Crew OÖ Crew Wien, NÖ, Burgenland

2020 hat uns allen viel abverlangt! Verschobene Feiern, stornierte Urlaube und abgesagte Events – verständlich unter all den Auflagen, aber nicht unmöglich.
So wurde der Gebirgsseglercup heuer erstmalig vom Frühjahr in den Herbst verschoben, eine Zeit, in der sich Kroatien von seiner schönsten Seiten zeigt.

Aufgrund der richtigen Wetterzutaten, aber auch mit anspruchsvollem Segelwetter, kann das Land in dieser Zeit immer für eine Überraschung gut sein. Auch der Austragungsort, die favorisierte Region um Split, wurde gegen Norden verlegt. Eine sehr positive Entscheidung, wie sich später noch herausstellen sollte. Denn die Reisewarnung Stufe 6 galt nicht für die Gespanschaft Sibenik, hier war nur die Reisewarnstufe 4 ausgerufen. Aufwändige und teure PCR-Test konnten so entfallen. Doch Sicherheit galt es nicht nur beim Segeln an den Tag zu legen, auch die gesundheitliche Sicherheit stand an oberster Stelle. Allen Teilnehmern wurde ein vorheriger Schnelltest abverlangt. Das gab zu den nötigen Abstands-, Hygiene- und Maskenregeln noch zusätzliche Sicherheit in der GSC-Familie.

Nur an einem Ort wurde auf den nötigen Abstand keine Rücksicht genommen. Denn als der Wetterfahrtleiter Franjo Juric den Countdown über Funk für das nächste Race abzählte, wurde es sehr eng an der Startlinie! Alle wollten ihre gute Startposition verteidigen.

6 Boote der Einheitsklasse und 3 Boote in der offenen Klasse traten in 3 Navigationsfahrten und 3 Up-and-Downs gegeneinander an.

Die erste Navigationsfahrt war bereits anspruchsvoll. Der Startschuss vor der Marina Kremik in Primosten war kaum verhallt, da lagen die Boote bei 12-15 Knoten hart am Wind. Im Luv lag die erste Bahnmarke, das schöne Leuchtfeuer Mulo. Der Südost schaukelte das Meer auf, die alte Dünung von Südwest machte das Wasser kabbelig. Und es sollten noch 25 Meilen bis zur Ziellinie zu bewältigen sein. Die Saggitarius (Wolfgang Babinsky) lag am Leuchtfeuer bereits gut voraus, gefolgt von der Leo (Markus Grentner). Als die ersten Spinnaker gesetzt wurden, schauten alle Crews mit einem wachen Auge nach Süden, denn die Wetterprognose kündigte eine deutliche Windzunahme an. Bereits 30 Minuten später stellte sich diese auch ein. So hatten die Crews alle Hände voll zu tun, als die ersten harten Böen ins Rigg knallten. Ein schöner Moment, als alle Boote sicher und ohne Schäden an Material und Mannschaft in die Marina Jezera einliefen. Der Wettkampfgedanke war in diesem Moment vergessen, alle hatten diese Herausforderung souverän bewältigt.

Die Marina Jezera sollte für den Rest der Regatta unser Heimathafen bleiben. Gut betreut vom Marinarestaurant, welches uns mit regionalen Köstlichkeiten versorgte. Jezera, fern von allen schlechten Nachrichten von Daheim, wurde so eine echte Wohlfühloase.

Wohl fühlten sich sichtlich auch die Wikinger der Shanti Blu (Gernot Rom), denn mit grimmigem Blick, gezückten Schwertern und gehörnten Helmen überfuhren sie am nächsten Tag die Ziellinie des Up-and-Downs.

Mike Hecker, der Organisator des GSC, hat für 2020 wieder den Sailingstar ausgerufen. Der Sailingstar ist ein Teilnehmerpreis. Gekürt werden originelle Beiträge von Schiffen. Erstmalig wurde heuer der originellste Zieleinlauf bewertet. Wotan war wohl der Crew der Shanti Blu wohlgesonnen, denn mit der Sonne im Rücken gelangen spektakuläre Zielbilder der wilden Truppe. Der Sieg war der Shanti Blu sicher.

Hart wurde vor alle beim Up-and-Down in der offenen Klasse gekämpft. Zwar konnte man der BellaVita (Thomas Dieplinger) den Gesamtsieg nicht mehr nehmen, aber die Makani (Tom Hecker) lag im direkten Duell mit der Shanti Blu nur Sekunden auseinander.

Das letzte Rennen des GSC 2020, eine Navigationsfahrt, brachte nochmals Hochspannung. Gleich vier Schiffe kämpften um eine gute Platzierung. Das direkte Duell der Psyche (Clemens Riccabona) gegen die Rhea (Andreas Kammersberger) sowie die Libra (Harald Schwanzer) gegen die Taurus (Günter Pachschwöll) machten den Cup bis zum Schluss spannend. Am Ende gewann Wolfgang Babinsky souverän und verdient mit seinem Team der Saggitarius. Herzliche Gratulation auf diesem Wege!

Der nächste GSC 2021 findet bereits wieder vom 18. bis 22. April 2021 statt. Mike Hecker in einem Interview zum GSC 2020 dazu:
„Wir sind coronakonform, wir halten alle Regeln ein! Das Wetter spielt mit! Und ich glaub, die Segler, es waren einige Regattahungrige, die haben drauf gewartet Regatta segeln zu können. Das haben wir angeboten!“

Die ersten Anmeldungen sind bereits beim Veranstalter eingelangt, wenn der GSC 2021 wieder ruft!